Natur- und Artenschutz

Wisent aus Karlsruhe ausgewildert

Karlsruhe, 20. September 2019. Aus Karlsruhe in die Karpaten: Das im Zoo Karlsruhe geborene Wisent Xannika wird ab dem kommenden Frühjahr mit einer Herde in die rumänische Wildnis entlassen. Das Weibchen ist damit bereits das siebte Tier, dieser einst in der Wildnis ausgestorbenen Art, das aus Karlsruhe stammt und ausgewildert wird. "Für uns ist es immer wieder etwas ganz Besonderes, wenn die Koordinatoren Tiere von uns auswählen, um sie wieder in der Natur anzusiedeln", betont Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt: "Wir verstehen uns als Artenschutzzentrum, das zusammen mit anderen Einrichtungen Tiere als Reservepopulation in Menschenobhut züchtet. Wenn dann davon Tiere wieder ins Freiland kommen, ist das eine wunderbare Bestätigung unserer Arbeit." Xannika wurde in der Außenanlage des Karlsruher Zoos, dem Tierpark Oberwald, geboren. Über den Winter werden sie und die anderen Tiere, die ausgewildert werden, noch gefüttert. Ab dem Frühling werden sie dann bei der Futtersuche ganz auf sich allein gestellt sein; auch der menschliche Kontakt wird dann völlig eingestellt. Auf diese Weise sollen die Überlebenschancen der Tiere maximiert werden. Das Wisent ist das größte Wildtier Europas. In den Zwanzigern des 20. Jahrhunderts wurde das letzte wilde Tier erlegt. Nur eine Handvoll von Tieren hatten in Zoos überlebt. Daraus sind heute wieder über 7.000 Tiere geworden, von denen ein großer Teil in wilden Herden durch die Länder des östlichen Europas streift.

Xannika vor dem Transport nach Rumänien