Wissenschaft und Forschung

Wie die neuesten Erkenntnisse dem Artenschutz dienen


 

Die VdZ-Mitgliederzoos pflegen eine enge Zusammenarbeit mit anderen Zoos, Universitäten und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen. Über 230 wissenschaftliche Studien zu tierbiologischen, veterinärmedizinischen und naturschutzrelevanten Themen werden jährlich unter Mitwirkung der VdZ-Zoos publiziert.

Das Feld der möglichen Forschungen im Zusammenhang mit Zootieren ist breit. Es umfasst zum Beispiel die Themen Evolutionsbiologie, Tierschutz, Verhalten, Fortpflanzung, Ernährung und Tiergesundheit. Die Ergebnisse werden auch auf verschiedenen Plattformen und Zeitschriften, etwa im VdZ-Verbandsmagazin „Der Zoologische Garten“ oder im EAZA-Wissenschaftsjournal JZAR publiziert und sind Interessierten somit zugänglich.

 

"Die Breite der Forschung, die von Zoos und Aquarien durchgeführt wird, ist beeindruckend. Diese Forschung ist von grundlegender Bedeutung für den Schutz und den Erhalt unserer am stärksten bedrohten Arten."

Inger Andersen, Generaldirektor der Weltnaturschutzunion IUCN

Anders als im Freiland kann Forschung in Zoos unter kontrollierten Bedingungen stattfinden. Fragen wie: „Welche Informationen können aus dem Urin von Nashörnern gelesen werden?“, „Wie müssen Sender gestalten sein, damit Geparde sie nicht verlieren?“ und andere Fragestellungen können bei Tieren in menschlicher Obhut leichter erforscht werden. Im Gegenzug dazu helfen Erkenntnisse aus der Freiland-Forschung dabei, die Tiere im Zoo besser zu pflegen und zu züchten. Beide Forschungsstränge sind also wichtig; sie ergänzen und verzahnen sich.

Grundlage für die wissenschaftliche Tätigkeit in Zoos ist das Management der Tierdaten. Es beginnt mit den täglichen Berichten der Tierpfleger, setzt sich mit dem Einpflegen der Daten in das computergestützte internationale Arten-Informationssystem „Species 360“ fort und endet im weltweiten Datenzugriff anderer Zoos und Forschungseinrichtungen. Auch die VdZ-Zoos tragen dazu bei, dass „Species 360“ heute mit standardisierten und ausführlichen Informationen von über zehn Millionen Tieren aus etwa 22.000 Arten einen einzigartigen Wissensschatz und ein Archiv mit wertvollen Informationen für Tierbestandsmanagement, Veterinärmedizin, Artenschutz und die zoologische Grundlagenforschung darstellt.

 

Synergien zwischen Wissenschaft und Praxis

Um Synergieeffekte zu nutzen und die Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis zu stärken, arbeiten VdZ-Zoos mit verschiedenen Forschungspartnern zusammen. So finanzieren der Opel Zoo Kronberg und der Zoo Frankfurt jeweils eine Stiftungsprofessur im Fachbereich Biowissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt. Auch in Landau arbeiten Zoo und Hochschule zusammen: Die Zooschule Landau ist seit 1992 ein Kooperationsprojekt der Universität Koblenz-Landau und dem Zoo der Stadt Landau. Weitere wichtige Forschungspartner für VdZ-Zoos sind verschiedene Max-Planck-Institute zum Beispiel für den Loro Parque auf Teneriffa und den Zoo Leipzig, das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung IWZ für den Zoo und den Tierpark Berlin und das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung GEOMAR in Kiel für den Zoo Basel.

In seiner Forschungsstrategie, die auch der VdZ unterstützt, hat der europäische Zoo- und Aquarienverband EAZA das Ziel festgelegt, in Zukunft noch bessere und zielführendere Forschungs- und Schulungsaktivitäten zu ermöglichen. Dabei gilt es, Wissen zu erwerben, das anwendbar ist auf den Schutz der wildlebenden Arten und ihrer Lebensräume und das der besseren Gesundheit und dem Wohlergehen einzelner Wildtiere oder ganzer Populationen dient.


Fotos: Zoo Heidelberg/Zoo Halle