Zoos machen Hoffnung: Artenschutz wirkt — Weltweit und vor Ort

Artensterben ist kein Naturgesetz. Mit dem Internationalen Reverse the Red Day am 7. Februar rufen Zoos und Naturschutzorganisationen weltweit dazu auf, den Trend umzukehren

 

Berlin, 4. Februar 2026 — Artensterben ist kein Naturgesetz. Mit dem internationalen Reverse the Red Day rufen Zoos und Naturschutzorganisationen weltweit dazu auf, den Trend auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN umzukehren – von Rot (Bedrohung) zu Grün (Erholung). Das Ziel: Gefährdete Arten sollen wieder eine Zukunft haben.

 

„Wir wissen, dass Artenschutz wirkt – wenn wir ihn konsequent betreiben und zusammenarbeiten", sagt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ). „Zoos leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Sie sichern genetische Vielfalt, ermöglichen Wiederansiedlungen und sensibilisieren Millionen Besucherinnen und Besucher für den Schutz der Natur."

 

Erfolgsgeschichten, die Mut machen

Przewalski-Pferde galten in der Natur als ausgestorben – heute streifen sie wieder durch die Steppen der Mongolei und Kasachstans, ermöglicht durch das koordinierte Europäische Zuchtprogramm unter Beteiligung einer Vielzahl von Zoos.

 

Die Moorea-Baumschnecke wurde von der IUCN vom Status „in der Natur ausgestorben" auf „vom Aussterben bedroht" hochgestuft, also ein Zeichen, dass Reverse the Red möglich ist. Hunderte Schnecken aus Zoobeständen auf der Pazifikinsel Moorea bei Tahiti ausgewildert. Inzwischen sind erste im natürlichen Lebensraum geschlüpfte Schnecken nachgewiesen werden. Der Zoo Schwerin koordiniert und unterstützt bei der Zucht und Auswilderung bedrohter Schneckenarten in der Region.

 

Die Vietnamesische Krokodilschwanzechse profitiert vom Austausch wissenschaftlich geführter Zoos. Der Kölner Zoo spielt im Erhaltungszuchtprogramm eine Schlüsselrolle und zog bereits fast 50 Nachzuchten in zweiter Generation auf. Zwölf Tiere wurden im Herbst 2025 nach Vietnam zurückgeführt und stehen dort für das erste Wiederauswilderungsprogramm bereit.

 

Auch in Deutschland wird Artenschutz greifbar: Zoos engagieren sich in Projekten und unterstützen die Rückkehr bedrohter heimischer Arten wie Luchs, Bartgeier und Waldrapp.

 

Vom Rot ins Grün: Teil einer globalen Bewegung

Die von Zoos mitgegründete Initiative Reverse the Red vereint den Weltzoo- und Aquarienverband WAZA, die Weltnaturschutzorganisation IUCN und die Zoos mit Wissenschaft, Zivilgesellschaft, sowie weiteren Partnern. Sie basiert auf der Roten Liste der IUCN und zeigt: Datenerhebung, gezielte Schutzmaßnahmen und Bildung können zusammen den entscheidenden Unterschied machen.

MITGLIEDSCHAFTEN

KOOPERATIONEN